North, South..on the road!!

08.11.15, Tauranga NZ

Sei gegrüßt, lieber Leser,

 

einige Tage sind verstrichen seit meinem letzten Blogeintrag –Tage voll wundersam-wundervoller Impressionen!

Ich werde versuchen, eine kleine Zusammenfassung der schönsten Momente niederzuschreiben.

Nach unserem Aufenthalt in Opua fuhren wir nur ein kurzes Stück weiter in den Nachbarort Paihia, einer sehr tourismusorientierten Stadt, jedoch mit einem recht günstigen Campground, welcher zudem über eine gemütliche Lobby verfügte. Hier kamen stets viele Menschen zusammen –nicht ausschliesslich aus dem Campground- und es wurde gemeinsam gekocht, musiziert und philosophiert. Eine sehr angenehme Atmospäre, besonders an einem sehr regenreichen Tag.

Hier traf ich auf zwei Jungs aus Urugay und Argentinien, welche schon über acht Monate durch Neuseeland reisen. Letztere haben mir sehr viele Tipps bezüglich Jobmöglichkeiten und interessanter, sehenswerter Orte gegeben (Übrigens: Heute, über zwei Wochen nach unserer ersten Begegnung kam es zu einem spontanen, sehr herzlichen Wiedersehen mit Matiin aus Urugay).

Aussedem trafen wir auf vier weitere, sehr angenehme Personen aus Frankreich und Spanien. Da wäre zum einen Nerea aus Spanien –weitgereiste, und für lange Zeit in Frankreich lebende Spanierin aus dem baskischen Barcelona.

Des weiteren Clémence aus der französischen Britanie. Ein angenehme Gesprächspartnerin und gelehrige Englischschülerin.

Margot: offenherzige, schlaue, und lustige Krankenschwester aus Zentralfrankreich. Ihr Tempo beim Wandern ist nicht zu schlagen!

Und nicht zu vergessen Greg(ory). Er sieht aus wie ein schwedischer Hühne, kommt aber ebenfalls aus der Mitte Frankreichs, und unterrichtet Grundschulkinder. Ich kann auf viele Stunden interessanter, ernster Gespräche mit ihm zurückblicken, jedoch auch auf ebensoviele zum Totlachen lustige Momente.

Mit dieser interessanten, uns dazugerechnet aus sechs Personen bestehenden Gruppe, haben wir in den vergangene Tagen sehr viel schönes erlebt. Mitunter haben wir uns für zwei bis drei Tage getrennt, kamen aber schnell wieder zusammen, da unsere Richtung annähernd die gleiche war –und z.T. noch ist, denn Margot und Greg reisen immernoch mit uns zusammen durch nunmehr die Mitte der neuseeländischen Nordinsel.

 

Nachdem wir einige Tage in Paihia verbracht haben, führte uns unser weg weiter nach Norden, wo wir eine zauberhafte Nacht auf der sog. „Aloha(Liebe)-Island“ verbracht haben. Diese sehr kleine, nur ca. 5ha große Insel mit einer kleinen Schotterstrasse als Verbindung zum Festland, gab uns die Möglichkeit Nachts auf Kiwi-Suche zu gehen (nicht die Früchte, sondern die ulkigen, flugunfähigen Vögel, für welche Neuseeland weltweit berühmt ist). Das Forschungszentrum Aloha-Island beheimat zur Zeit ca.4-6 freilebende Kiwis. Diese sind in sehr Lichtscheu, fühlen sich in der Regal aber nicht vom Menschen bedroht oder gestört, und so begaben wir uns –bewaffnet mit einem Rotfilter für unsere Kopflampen- nach Einbruch der Nacht auf Kiwi-Suche. Leider war es weder mir, noch Clémence, Nerea oder Franz vergönnt, einen Kiwi zu Gesicht zu bekommen, was wohl dem klaren Himmel und dem intensiven Vollmond in jener Nacht geschuldet war. Nichtsdestotrotz war es ein wundervoller Ort, und ich bin sehr glücklich, ebenjenen besucht zu haben.

Unser nächstes Ziel war der „Waipoua-Forest“ -ein großes Waldgebiet, welches die die Heimat der mächtigen Kauri-Bäume ist. Neben vielen großen Vertretern dieser Art, findet man hier auch den größten Kauri-Baum Neusselands: mit 13m Durchmesser und einer Höhe von über 60m hebt sich dieser Hühne wirklich sehr majestätisch aus dem dichten, urwaldgleichen Wald hervor. Als besonders erwähnenswert erscheinen mir hierbei zwei wesentliche Eigenarten der neuseeländischen Wälder. Zum einen sind die meisten dieser Wälder sehr urtümlich erhalten. Viele Wege über stegartige Pfade führen den Besucher durch letztere hindurch (alles andere wäre unmöglich, denn der Bewuchs ist hier sehr dicht), und der übrige Wald ist vollkommen unberührt. Kein vergleich zu den domestizierten Wäldern Europas. Ausserdem wird in Neuseeland sehr darauf geachtet, dass man die heimischen Flora nicht beschädigt oder zu sehr beeinflusst. Vor beinahe allen Zugängen ins dichte Waldgebiet findet man kleine Checkpoints mit Bürsten, welche dazu dienen, die Schuhe vor dem Betreten, und nach dem Verlassen des Waldes gründlich zu säubern. So soll das Gleichgewicht nicht durcheinander gebracht werden. Bemerkenswert.

Nachdem wir den Wald verlassen haben –und nebenbei eine nächtliche Mückeninvasion einigermaßen erfolgreich bekämpft haben- fuhren wir nach „Baylys Beach“. Eine Empfehlung von drei freundlichen Bauerbeitern hat uns auf diese nahegelegene Ortschaft aufmerksam gemacht. BB liegt an einem 100km langen Strand an der Westküste der Nordinsel, und ist ein wahres Paradies für Surfer. Die Brandung hier ist sehr mächtig, und wer sich traut und ein einigermaßen geländegängiges Fahrzeug besitz, kann mit 120km/h über den Strand donnern! Allerdings wollten wir dies unserer etwas betagten, stoßdämpferschwachen Old Iron Lady nicht zumuten. Das Wetter ließ uns dieser Tage auch etwas im Stich, und nach zwei Nächten im Campground von Mark und Trish, und einem weiteren Regentag (was in Neuseeland übrigens bedeutet, dass es wirklich den ganzen Tag regnet), führen wir weiter gen Süden.

Unsere oben schon erwähnten Reisegefährten, welche nicht mit nach Baylys Beach kam, haben uns gefragt, ob wir zusammen auf eine Art Hippie-Festival an der Ostküste fahren möchten. Das tat wir dann auch. Es ging, südöstlich von Auckland und am Eingang der „Coromandel Peninsula(Halbinsel)“ gelegen, nach Otoupere. Ich habe gelesen, dass es sich bei diesem Ort um eines der am bestgehütetsten Geheimnisse Neuseelands handelt –und dieses Versprechen wurde auch nicht enttäuscht. In einem terrassenförmig anmutenden Wald fand das Festival statt. Nicht zu vergleichen mit einem deutschen Festival. Es kamen vlt 200 Personen zusammen, platzierten ihre Zelte und Vans, wo es ihnen gefiel, und genossen die friedliche, vollkommen natürliche Umgebung. Man konnte an Yoga-Kursen, Meditationsübungen, Feuertanz-Kursen und vielem vielem mehr teilnehmen. Abends traf man sich dann an einem großen Lagerfeuer oder in einer gemütlichen Hütte, wo zu guter Musik getanzt, gelacht und philosophiert wurde. Wirklich sehr schön. Das Beeindruckendste allerdings war der Stand, welcher sich 2 Gehminuten vom Wald entfernt befindet. Ein wirklich riesiger Stand mit Inseln, welche man bei Ebbe zu Fuss erreichen kann, und mit Blick auf die weit entfernten Mercury-Islands –und deas Beste hierbei: Keine Menschenseele, absolute Stille und Freiheit, mit Ausnahme der Brandung. Ein unvergesslicher Ort und ein unvergessliches Erlebnis!!

Nach drei Tagen Prana-Festival fuhren wir an der südpazifischen Ostküste Richtung Nordende der Coromandel Peninsula. Auf dem Weg haben wir in heißen Sandlöchern am Strand gebadet. Diese kann man selber mit einer Schaufel graben, und nach ein wenig Mühe und Anstrengung badet man in mitunter 40Grad heißem Wasser –genial.

Nach zwei weiteren Tagen erreichten wir „Port Jackson“ und Fletchers Bay“. Letzteres kam mir vor wie das Paradies am Ende der Welt. Ganz im Norden von Coromandel gelegen, und nur über kilometerlange Schotterpisten zu erreichen, gehört dieses Land zweifellos den Kühen und Schafen. Hier haben wir eine, zwar sehr anstrengende, aber wundervolle Tageswanderung mit Margot und Greg auf dem sog. „Coromandel Coast Walk“ unternommen. Steile, naturbelassene Pfade und Wege, welche den Wanderer stets mit Blick auf die Küste die vielfältig-beeindruckende Landschaft erleben und genießen lassen.

Nach einer Nacht in der Nähe von Thames, einer alten Goldgräber- und Glücksritterstadt, welche mit viel architektonischem Flair aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufwartet, sind wir nun am gestrigen Tage in Tauranga gelandet. Dies ist eine, für neuseeländische Verhältnisse, recht große Stadt mit ca. 115.000 Einwohnern. Nach mehreren Tagen Natur pur und mehr Schafen als Menschen ein kleiner Kulturschock für mich. Dieser Abstecher in die Zivilisation hat aber auch sein Gutes: Batterie- und Wasserreserven können aufgefüllt werden, sowie die Nahrungsmittel –und natürlich der natürliche Drang nach zwischenmenschlichen Begegnungen und der Bekanntschaft neuer Menschen.

 

Mit großer Vorfreude auf die Erlebnisse, welche meiner harren, verbleibe ich mit freudig-freundlichem „Auf bald“, als

 

Ivo

 

Hier einige visuelle Eindrücke der letzten Tage und Wochen:

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3 Gedanken zu “North, South..on the road!!

  1. Hallo Ivo, eure Reiseberichte sind spannend zu lesen und wir freuen uns für euch,dass ihr diese Möglichkeiten habt, nicht nur neue traumhaft schöne Landschaften kennenzulernen, sondern auch interessante reiselustige Menschen aus aller Welt !!! Geniesst es intensiv….. Auf diesem Wege wünschen wir dir ein tolles ereignisreiches und glückliches unbeschwertes Neues Jahr !!! Ganz lb Grüße auch an Franz, wenn ihr euch wieder seht.Wir sind heute bei deinen Eltern am Silvester-Abend und werden sicher auch über eure Reise erzählen. Sei ganz lieb gedrückt von Rainer und Kerstin

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