Hobbits and Farmlands

Sei gegrüßt, lieber Leser,

 

wieder einmal sind einige Tage verstrichen, in welchen ich wenig Gelegenheit hatte, meine Blogeinträge zu aktualisieren. Ich hoffe, meine Erinnerung lässt mich nicht im Stich, sodass ich einige besondere Momente für Dich nachzeichnen kann.

Am Morgen des 9.Novembers brach ich in Richtung Matamata auf, einem kleinen Städtchen ca. 70km von Tauranga entfernt, welches wohl kaum jemandem bekannt sein würde –gebe es da nicht die großartigen Verfilmungen von J.R.R. Tolkiens „Lord of the Rings“! Unweit von Matamata befindet sich „Hobbiton“, einem jeden vertraut, welcher die „Herr der Ringe“- und die „Hobbit“-Trilogie gesehen hat. Es war wunderschön, diesen Drehort einmal „live“ zu Gesicht zu bekommen!

Nach diesem Abstecher in die Welt der Sagen und Mythen des Mr. Tolkien ging es weiter nach Rotorua. Diese Stadt begrüßt ihre Besucher zu allererst nicht mit interessanten architektonischen Besonderheiten, sondern mit einer seltsam-aufdringlichen, olfaktorischen Präsenz. Dies ist dem vulkanischen, und sehr stark schwefelhaltigen Boden geschuldet, welcher hier an vielen Stellen die Kräfte aus dem Erdinneren erahnen lässt. Es gibt hier einige beeindruckende Geysire und heiße Schwefelquellen, welche es u.a. der Stadt ermöglichen, eine beträchtliche Menge an Heizkosten zu sparen –und natürlich findet sich in fast jedem Hinterhof der Einwohner ein kleiner Swimming- oder Whirlpool, welcher allein durch die thermischen Kräfte der Erde erwärmt wird. Neben diesen geothermischen Besonderheiten kann man um Rotorua herum eine bezaubernde Naturschönheit erleben. Wälder mit großen Redwood-Bäumen laden zum wandern ein, und wenn man sich danach sehr erhitzt fühlt, dann kann man in einem der vielen Seen baden gehen.

Nach zwei Tagen in und um Rotorua fuhren Franz, Greg , Margaux und ich weiter gen Süden, zum Lake Taupo. Dies ist der größte See Neuseelands, unter dessen Wasseroberfläche sich die Kaldera eines mächtigen Vulkanes befindet. Bei dem letzten gewaltigen Ausbruch dieses Vulkanes –vor über 2000 Jahren- wurden so viel Asche- und Gesteinsmassen in solch immensen Mengen in die Atmosphäre geschleudert, dass sowohl römische- als auch chinesische Himmelsbeobachter diese wahrnehmen und dokumentieren konnten –der Himmel verfärbte sich über Tage blutrot! Beim Betrachten des Sees, und ebenjener Geschichte eingedenk, wurde ich mir erneut meiner kleinen, menschlichen Person gewahr –ein Sandkorn an einem gigantischen Strand.. Doch wie schrieb ein großer Denker und Philosoph so treffend: „…Die Welle ist das Meer…“ J In der Nähe von Taupo konnte ich einen weiteren „Filmstar“ aus dem Herrn der Ringe bestaunen: den „Schicksalsberg“!!

Nach Taupo ging es zurück nach Auckland –leider! Der schlechte Zustand unserer Stoßdämpfer zwang uns dazu, unseren Autohändler aufzusuchen, und mit diesem einen Deal auszuhandeln. Nach einigem Hin- und Her haben wir unser Fahrzeug gegen ein anderes eingetauscht! Wunderbar. Wir haben es sogleich auf den Namen „Rote Beate“ getauft, und sind bisher sehr zufrieden mit ihr.

Franz traf in Auckland auf einen Freund aus Leipzig, welcher nun einige Tage mit uns zusammen reist. Stefan ist ein liebenswert-lustiger Zeitgenosse, mit welchem das gemeinsame Reisen viel Spaß macht. Seines Zeichens Ingenieur für Geoinformatik, gönnt er sich eine Pause und Abwechslung von seinem Arbeitsleben in Deutschland. Er bringt einen weiteren kleinen Hauch von heimischer Vertrautheit in unsere Runde („…Weißt du, da in der Industriestraße, wo es die leckeren Rippchen gibt…“). Das ist ganz angenehm, wenn man sich am anderen Ende der Welt befindet. Nach Auckland führte uns unsere Weg wieder gen Süden, wo wir nah New Plymouth Cleménce und Nerea für zwei Tage besuchten, welche hier für einige Tage in einem Hotel wwofen (die Besitzer sind ein sehr freundliches, älteres Paar aus Österreich, welche sich hier niedergelassen haben, und uns für eine Nacht sogar einen kostenlosen Stellplatz für Van und Zelt zu Verfügung gestellt haben!).

Heute ging es weiter gen Süden, genauer gesagt in die Nähe von Whanganui, einer größeren Stadt an der Westküste. In den vergangenen Tagen hatten wir nicht so viel Glück mit dem Wetter –es regnet seit Tagen aus Kübeln, und Unterbrechungen beschränken sich auf wenige Minuten. Aber wir sind guter Dinge, dass sich dies bald ändern wird.

 

Nun steigt so langsam meine Aufregung und Vorfreude zugleich, denn kommende Woche Freitag (27.11.15) begebe ich mich in meinen ersten Job auf neuseeländischem Boden –und was für einen noch dazu!!

Auf dem Prana-Festival, welches ich in meinem letzten Blogeintrag kurz beschrieben habe, traf ich auf Cameron, einen 23-jährigen „Kiwi“, welcher innerhalb dieser Tage unser Camp-Nachbar war. Er erzählte mir von der Farm seines Vaters, welche sich im Süden der neuseeländischen Nordinsel befindet. Es war sehr interessant zu hören, wie, wo und unter welchen Umständen er aufwuchs. Ich wiederum erzählte ihm von meinen Plänen, Ideen und Wünschen bezüglich meiner Zeit in Neuseeland. Als er hörte, dass ich bald auf Jobsuche gehen würde, fragte er mich, ob ich es mir vorstellen könnte, auf einer Farm zu arbeiten. Sein Vater könnte immer eine helfende Hand gebrauchen. Begeistert von dieser Idee, und nach einigen Telefonaten, werde ich nun in einigen Tagen meinen ersten Job auf dem „Farmland“ von Hamish und Sue Sims (den Eltern von Cameron), in der Nähe von Martinborough antreten. Hamish war sehr nett an Telefon. Er sagte, dass sich seine Frau und er sehr über mein Kommen freuen würden, und wir sicher eine gute Zeit miteinander haben werden. Ein guter erster Eindruck! (Am Telefon sagte er, es wäre wohl besser, wenn ich eine halbe Stunde vor meiner Ankunft anrufen würde –dann würde jemand zum Gate fahren und mich abholen- ansonsten könnte ich auf dem Grundstück verloren gehen!! Das muss eine große Farm sein!!)

Mit dieser meiner Vorfreude, und der Hoffnung auf eine baldige Wetteränderung, verbleibe ich mit den besten Grüßen, als

 

Ivo

 

Zum Abschluss wieder einige visuelle Eindrücke der vergangenen Tage:

 

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Ein Gedanke zu “Hobbits and Farmlands

  1. Hallo lieber Ivo und Franz,
    schön von Euch zu hören 🙂 Erst jetzt habe ich von Eurem blog erfahren und Ivos letzten Beitrag gelesen. Klingt sehr gut, was Du schreibst, Ivo! Da bekommt nan gleich Fernweh 😉 Aber hier ist erstmal Familie dran. Linda ist nun ein Jahr alt und nach wie vor sehr niedlich. Aber es bleibt kaum Zeit für anderes… Zum Glück gibt es noch Omama und Katiund natürlich Robi, die mir die Maus mal abnehmen. Gestern und heute hat es leicht geschneit. Adventsstimmung zieht ein. 🙂
    Ist es bei Euch sehr warm?
    Hoffe, der Kommentar kommt an.
    Alles Liebe von Tini und Co.

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